Mensch sein in Zeiten der Unmenschlichkeit
Mensch sein in Zeiten der Unmenschlichkeit
Alexander Schmorell – Der Widerstandskämpfer und Ideologe der Weißen Rose,
erster orthodoxer Heiliger Deutschlands aus dem XX JH
Voller Bewunderung für das Leben und Werk für Alexander Schmorell lasset uns auf einen Menschen schauen, der es geschaft hat, das zu sein was sich viele von uns wünschen zu sein – ein Mensch in Zeiten der Unmenschlichkeit.
Alexander Schmorell war deutscher und russischer Abstammung. Er war es, der gemeinsam mit Hans Scholl als Student in Flugblättern das Deutsche Volk aufklären, wachrütteln und aufrufen wollte sich dem Hitlerregime zu widersetzen. Sein Medizinstudium führte ihn auch nach Hamburg. Gelebt hatte er in München. Er war an der Ostfront und leugnete bei den späteren Verhören nicht :“ genau so wenig wie er auf einen Deutschen geschossen hätte, hätte er auf einen Russen auch geschossen“
Wie sehr bräuchten wir seine Kraft? Denken wir an Süd-Afrika in der Apartheid.
Nun erfahren wir, dass er seine Kraft von Christus bekam. Als das Ziel seines Lebens erkannte er vor seiner Hinrichtung:
genau dort in der Zelle lag die Erfüllung seines Lebensinhalts – Für seine Mitmenschen zu sterben und für seinen christlich orthodoxen Glauben im Widerstand gegen ein Regime, das dem Bösen verfallen war, sein Leben zu geben. Er vergibt seiner Bekanntin, die ihn denunziert hat in den Abschiedsbriefen und verspricht:
„In wenigen Stunden werde ich im besseren Leben sein, bei meiner Mutter und ich werde euch nicht vergessen, werde bei Gott um Trost und Ruhe für euch bitten. Und werde auf euch warten!...Eins vor allem lege ich euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!!“ (Fernbach 2013, S. 58)
Ob als Christen oder Intellektuelle lasst uns von diesem Menschen lernen und uns inspirieren lassen, so dass wir, wenn wir der Unmenschlichkeit begegnen, es wagen Menschen zu sein und für die anderen einzustehen, ja gar mit unseren Mitteln auch widerstand zu leisten (jedoch nicht mit Waffen).
Und nein, es ist nicht die toll ausgerichtete Fußballweltmeisterschaft, die dem Deutschen Volk verhilft sich in seiner Identität aufzurichten und stolz zu sein, sondern es sind solche ehrbare Menschen, tiefsinnige gestige Väter wie Alexander Schmorell oder Dietrich Bonhoeffer, die das Rückgrat Deutschlands stärken.
In den Zeiten der gefährlich schnellen und gar fehlerhaften Berichterstattung und dem hohen internationalen Druck, läuft auch die Deutsche Regierung Gefahr sich von einem Anti-Russismus mitreißen zu lassen. Und in einem Fall in dem Deutschland erstmals eine rechts-orientierte Kraft im Ausland unterstütze, kann ein gemeinsames Vorbild eines „Deutschen mit russischer Seele“, wie er im Buch von Gregor Fernbach genannt wird,helfen das Gemeinsame mit Russland zu suchen und den Dialog zu stärken.
Denn bedenken wir, wenn ein Krieg bereits geführt wurde, ist es für die Opfer der Krieges zu spät eine Lüge zu korrigieren.
Literatur Hinweis :
G. Fernbach (Hg.): „Vergesst Gott nicht!“ Leben und Werk des heiligen Märtyrers von München, Alexander (Schmorell)
Alexander Schmorell – der wohl einzige uns bekannte Märtyrer und Heilige unseres Landes im 20. Jahrhundert – war gleichfalls auch ein Neumärtyrer und Bekenner Russlands. Er war Deutscher und Russe, verband die Liebe zum orthodoxen Russland seiner Mutter mit der Offenheit gegenüber seinem vom Vater erhaltenen deutschen Erbe. Sein Einstehen für Wahrheit, seine Ablehnung der gottlosen Ideologien des Bolschewismus und Nationalsozialismus, sein Mut und seine Opferbereitschaft entstammten seinem christlich-orthodoxen Glauben.
„In wenigen Stunden werde ich im besseren Leben sein, bei meiner Mutter und ich werde Euch nicht vergessen, werde bei Gott um Trost und Ruhe für Euch bitten. Und werde auf Euch warten! Eins vor allem lege ich Euch ans Herz: Vergesst Gott nicht!“ schrieb er 1943, kurz vor seiner Hinrichtung.
Das Buch spannt einen Bogen von seinem Lebensweg zu seinem Opfergang, vom Einsatz Erzbischof Marks für die Verherrlichung Alexanders bis zur Heiligsprechung im Februar 2012 durch die „Russisch-Orthodoxe Kirche im Ausland“ in der russischen Kathedrale zu München.